1 Boutefas (ca. 1,8 - 2 kg), der Rest lässt sich wunderbar kalt essen oder auf dem Kraut noch 1-mal aufwärmen
500 g Sauerkraut, allenfalls kurz warm abspülen und erst dann verwenden
2 frische Lorbeerblätter
1 KL schwarze Pfefferkörner
5 Gewürznelken
5 Wacholderbeeren
Küchenschnur
Wasser oder Bouillon oder beides je ½ gemischt
2½ dl Rahm
Salz und Pfeffer aus der Mühle
1. Den Boutefas im Wasser auf ca. 80 Grad erwärmen und danach 1½ Stunden garen, ohne dass das Wasser zum Sieden kommt. Die Wurst darf auf gar keinen Fall kochen!
2. 10 Minuten vor dem Anrichten aus dem Sud heben und in ein feuchtes Tuch eingeschlagen durchziehen lassen.
3. Währenddessen das Sauerkraut abwaschen. Gut abgetropft, aber nicht ausgedrückt weiterverarbeiten.
4. Die Gewürze auf ein kleines Stück Baumwolltuch legen, dieses zu einem Beutel formen und mit Küchenschnur zubinden. Zum Sauerkraut in eine Kasserolle oder Pfanne legen.
5. Alles mit Wasser oder Bouillon oder einer Mischung aus beidem gut bedecken, während 1 Stunde und 20 Minuten weich schmoren. Die Flüssigkeit soll zum Schluss fast völlig verdampft sein. Das Gewürzsäcklein entfernen.
6. Das fast trockene Sauerkraut abschmecken und mit dem Rahm auffüllen. Nochmals 10 Minuten leicht köcheln lassen. Allenfalls mit Salz und Pfeffer abschmecken.
7. Boutefas aufschneiden und auf dem Rahmsauerkraut anrichten.
BEILAGE: Dazu nach Belieben Bratkartoffeln oder auch Rösti servieren.
TIPPS: Der Boutefas darf auf keinen Fall angestochen werden, weil sonst das Fett ausläuft. Er würde dann trocken und fad schmecken.
Ein Gewürzsäcklein setzt man immer dann ein, wenn es gilt, die Gewürze nach dem Garen komplett aus dem Gericht zu entfernen. So verbleiben keine ausgekochten Gewürzreste.
Zu salziges Sauerkraut wird mit warmem Wasser leicht abgespült. Nachsalzen können Sie am Schluss immer.
INFO: Der (auch die) Boutefas (Saucisson de Payerne) ist eine traditionelle Waadtländer Rohwurst aus Schweinefleisch, Speck, Pökelsalz, Gewürzen und – je nach Hersteller – Wein oder Schnaps, die zwischen 600 g und 3 kg wiegt. Der Name Boutefas stammt aus dem Waadtländer Patois und bedeutet im Schweizer Französisch boute la faim, also „verjagt den Hunger“. Zur Herstellung wird das grob gehackte Schweinefleisch in einen Schweineblinddarm gepackt, dieser am offenen Ende mit einer Schnur verschlossen und die Wurst anschliessend kalt geräuchert. Das Schweinefleisch muss von mind. 180 Tagen alten Schweinen aus dem Kanton Waadt stammen, die innerhalb des Kantons gezüchtet, aufgezogen, geschlachtet und zerteilt worden sind. Der Boutefas befindet sich im Anerkennungsprozess als AOC durch das Bundesamt für Landwirtschaft. Das Pflichtenheft für die Herstellung wurde am 11. September 2000 publiziert.