Charlotte russe (2)
Charlotte à la parisienne

 


Herkunft:
Frankreich
Menüfolge:
Torten
Quelle:
Kaltenbach, Marianne
Kategorie:
Crèmen
Saison:
Haute Cuisine:
Nein
Anzahl Personen:
8
  
Niedergaren:
Nein
Erfasst:
2000-03-18
Fleischlos:
Ja

1 Charlotten- oder Springform
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200 g Löffelbiskuits
¼ l Milch
1 Vanillestengel
5 Blatt Gelatine
4 Eigelb
150 g Zucker
¼ l Rahm
Rahm zum Garnieren (nach Belieben)


1. Die Milch mit dem aufgeschlitzten Vanillestengel zum Kochen bringen, vom Feuer nehmen und etwas ziehen lassen.
2. Die Gelatine in kaltes Wasser legen.
3. Eigelb mit dem Zucker zu einer sämigen, weisslichen Crème schlagen. Die heisse Milch unter Rühren unter die Eicrème mischen. Die Crème wieder auf die Heizquelle stellen und knapp bis vors Kochen rühren, dann sofort vom Herd nehmen.
4. Die Gelatine gut ausdrücken, zur heissen Crème geben und gut schwingen. Die Crème unter wiederholtem Rütteln der Schüssel abkühlen lassen. Damit die Crème keine Haut bekommt, mit etwas Zucker bestreuen. Sobald die Crème leicht anzieht (sie darf noch nicht fest sein!), den steifgeschlagenen Rahm darunterziehen.
5. Die Charlotten- oder Springform mit Löffelbiskuits auskleiden. Dazu die Löffelbiskuits auf einer Seite geradeschneiden und entlang dem Rand der Form ganz dicht nebeneinanderstellen, Rundung der Biskuits nach oben
6. Die Crème vorsichtig einfüllen, dabei darauf achten, dass die Löffelbiskuits nicht umkippen. 2 - 3 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.
7. Die Charlotte auf eine Platte mit Tortenpapier stürzen. Nach Belieben die Oberfläche ebenfalls mit Löffelbiskuits (sternförmig von der Mitte aus) und mit Rahmrosetten garnieren.



HINWEIS: Die Charlotte lässt sich besser stürzen, wenn man die gestürzte Form mit einem feuchten warmen Tuch belegt. Auf diese Art löst sich die Gelatinecrème vom Boden der Form. Man kann die Charlotte auch zubereiten, ohne sie stürzen zu müssen: Springformrand auf eine runde Platte stellen, Biskuits am Rand anordnen, Crème einfüllen und nach dem Festwerden einfach den Ring lösen. Allerdings kann man bei diesem Verfahren kein Tortenpapier unterlegen. Es würde im Kühlschrank feucht und unansehnlich werden. Die Charlotten- oder Springform lässt sich auch mit dünnen Biskuitscheiben oder Biskuitrouladenscheiben auskleiden.

VARIANTE: Man kann der Charlotte russe nach Belieben 1 - 2 EL einer Spirituose beigeben, zum Beispiel Grand Marnier, Kirsch, Rum oder Cognac.

WEITERE CHARLOTTEN
Sie werden nach dem Grundrezept zubereitet und mit verschiedenen Zu taten abgewandelt

Charlotte à l‘ananas
Mit Rum parfümierte Ananasstückchen zufügen. Mit Ananas und Schlagrahm garnieren.

Charlotte mit Früchten
Beeren bzw. auch Aprikosen oder Pfirsiche pürieren oder kleinschneiden und unter die noch weiche Crème mischen, bevor der Rahm zugegeben wird. 1 - 2 Blatt Gelatine mehr zugeben. Mit Früchten und Rahm garnieren.

Charlotte mit Nüssen oder Mandeln
Der Milch beim Aufkochen geschälte, feingeriebene Nüsse oder Mandeln zugeben. Mehrere Stunden stehen lassen, dann passieren und nach dem Grundrezept weiterverarbeiten. Man kann die Mandeln oder Nüsse auch in der Crème belassen. Die Charlotte wird dadurch aber etwas sandig und gröber in der Konsistenz.

Charlotte au chocolat
Der Grundcrème 150 g in 2 EL Wasser im Wasserbad aufgelöste dunkle Schokolade (Crémant oder Couverture) zufügen.

Charlotte aux marrons glacés
Der Crème vor dem Einfüllen 200 g zerbröckelte Marrons glacés (überzuckerte Kastanien) und 2 - 3 EL Rum oder Whisky beifügen. Mit Marrons glacés garnieren.

Charlotte aux fruits confits
Der Crème kleingewürfelte kandierte Früchte zufügen. Mit kandierten Früchten und Rahm garnieren.

Charlotte aux kumquats
Der Crème kleingeschnittene Kumquats (aus der Dose) zufügen und nach Belieben garnieren. Man kann auch Mandarinen aus der Dose verwenden.

Charlotte à l'orange
Der Crème nach dem Erkalten ca. 1 dl Orangensaft zufügen. 1 Blatt Gelatine mehr verwenden, damit sie garantiert fest wird. Mit geschälten Orangenschnitzen garnieren.

Charlotte tricolore
Bei Zubereitung einer grossen Charlotte kann man 3 verschiedene Crèmes herstellen. Zum Beispiel Vanille, Erdbeer und Schokolade bzw. Mokka. Die Crèmes wechselweise in die Form füllen, das heisst, jede Schicht zuerst fest werden lassen, damit sie die Form bewahrt.

INFO: Die berühmteste aller Charlotten auf Crèmebasis ist die «Charlotte russe». Sie wurde von Antonin Carême (1784-1833), dem berühmten französischen Kochkünstler und Pâtissier, für Aussenminister und hohe Polizeibeamte kreiert und zunächst unter der Bezeichnung «Charlotte parisienne» serviert. Carême lieferte seine wunderbar aufgebauten Gebilde auf Bestellung und dekorierte sie bereits damals mit den inzwischen klassisch gewordenen Löffelbiskuits. Die «Charlotte russe» ist auch heute noch Inbegriff eines festlichen Desserts.

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