Ägeri Ofeguck / Shepherd's Pie / Hachis Parmentier
Herkunft:
Zentralschweiz
Menüfolge:
Gratins
Quelle:
Iten-Besmer, Brigitte
Kategorie:
Kartoffeln
Saison:
Haute Cuisine:
Nein
Anzahl Personen: 4
Niedergaren:
Nein
Erfasst:
2001-04-01
Fleischlos:
Nein
KARTOFFELSTOCK 1 kg Kartoffeln Wasser Salz 2 - 3 dl Milch 30 g Butter Muskat, frisch gerieben 200 g Speckwürfeli 200 g Käsewürfeli ------------------------------ GUSS 4 Eier 1 Tasse Rahm Salz, Pfeffer aus der Mühle Muskat, frisch gerieben 50 g Reibkäse
1. Die Kartoffeln schälen, in Würfel schneiden, in leicht gesalzenem Wasser weichkochen und noch heiss in die Pfanne passieren. 2. Mit Milch und Butter zu einem luftigen Kartoffelstock rühren und würzen. Speck- und Käsewürfeli zugeben. 3. Kartoffelstock in eine gut bebutterte Gratinform geben. Oberfläche mit einer Gabel aufzupfen. 4. Eier-Rahmguss auf dem Kartoffelstock verteilen, mit Reibkäse bestreuen. 5. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad während 30 - 45 Minuten goldgelb backen.
BEILAGE: Blattsalat oder Apfelschnitzli
INFO: Ofeguck: Das Grundprinzip ist einfach und von Schottland bis Unterwalden das gleiche: Man nehme Kartoffeln, mache draus einen Kartoffelstock und füge bei, was Hof und Stall noch so zu bieten haben: Speck vielleicht, Hammel- oder Rinderhack, Pilze, Käse, Eier, Zwiebeln. So entsteht eine der schmackhaftesten und originellsten Restenverwertungen, die man sich vorstellen kann. Man schiebe nun das Ganze in den Ofen und reibe sich die Hände. Das, was anschliessend und im besten Fall zartbraun überbacken aus dem Ofenrohr herauskommt, hat viele Namen. Wer den Auflauf und wo zum ersten Mal in kalter Winternacht erfunden hat, werden wir wohl nie erfahren. Tatsache ist, dass diese Hochform der Restenverwertung in ganz Europa bekannt ist. In Schottland etwa als Shepherd's Pie - selbstverständlich mit gehacktem Lammfleisch. Und dazu ein Glas Single Malt. Wenn anstatt Lamm Rindfleisch verwendet wird, dann mutiert der schottische Hirtenauflauf zum englischen Cottage Pie. Der Ofeguck wiederum ist mit Speck, Käse und Eiern die alpenländische Version des überbackenen Kartoffelstocks. Richtig elegant aber klingt die französische Variante des Eintopfs, die früher in Paris in den mittlerweile abgerissenen Markthallen, auf deren Platz heute das Centre Pompidou steht, zu den unverzichtbaren Klassikern gehörte. Hachis Parmentier bestellte der einheimische Gourmet, wenn er frühmorgens etwas Währschaftes in den Magen brauchte. Hachis steht für gehacktes Fleisch, und wenn es auf französischen Speisekarten irgendwo Parmentier heisst, dann hat das Gericht immer mit Kartoffeln zu tun. Denn, Antoine Augustin Parmentier (1737-1813) war der Kartoffelvater der Grande Nation.